Die Umra ist eine „kleine Hadsch“. Sie ist vollständig, wenn folgende Teile erfüllt sind: Niyya, Ihrâm, Talbiyya, Tawâf, Say und die Rasur der Kopfhaare. Der schafiitischen und hanbalitischen Rechtsschule zufolge muss die Umra einmal im Leben durchgeführt werden, laut hanafitischer und malikitischer Rechtsschule ist sie eine „Sunna muakkad“. Eine bestimmte Zeit für die Durchführung der Umra ist nicht vorgesehen. Den Hanafiten zufolge darf sie am Arafa-Tag und während der Festtage, also an insgesamt fünf Tagen nicht durchgeführt werden. Außerhalb dieser Tage kann sie zu jeder Zeit angetreten werden.

Zwei Dinge sind für die Umra Pflicht (Farz): Ihrâm und Tawâf. Zu den obligatorischen (wâdschib) Bestandteilen der Umra gehören der Say und das Rasieren bzw. Kürzen der Kopfhaare. Wer die Umra durchführen möchte, spricht die Niyya innerhalb einer der Mîkât-Gebiete und legt das Ihrâm-Gewand an. Hierfür spricht man: „O Allah! Um deine Zufriedenheit zu erlangen, möchte ich die Umra durchführen. Erleichtere sie mir und nehme sie an!“ Dann spricht man die Talbiyya und weitere Bittgebete. Danach begibt man sich nach Mekka und spricht dabei die Talbiyya, den Takbîr, den Tahlîl und den Salawât. Von nun an müssen die Ihrâm-Regeln beachtet werden. Nicht erlaubt ist das Auftragen von Düften, das Jagen, das Fällen von Bäumen oder das Ausreißen von Pflanzen, das Schneiden der Fingernägel, das Tragen genähter Kleidung sowie Streit und Auseinandersetzungen aller Art.

Man begibt sich zur Kaaba und vollzieht den Tawâf der Umra in Ehrfurcht und gebührendem Anstand. Vor Beginn des Tawâfs bringt man vor dem Hadschar al-aswad seine Absicht zur Sprache – und zwar mit den Worten: „O Allah! Um deine Zufriedenheit zu erlangen, möchte ich den Tawâf der Umra vollziehen. Erleichtere ihn mir und nehme ihn an!“ Während der ersten drei Schawts dieses Tawâfs wird der Iztibâ und der Ramal vollzogen. Iztibâ bedeutet, die rechte Schulter unbedeckt zu lassen. Ramal bedeutet, während der ersten drei Schawts schneller zu gehen als sonst.
Nachdem der Tawâf mit sieben Schawts vollständig durchgeführt wurde, verrichtet man das Tawâf-Gebet mit zwei Rakas. Man spricht Bittgebete, trinkt Zamzam und begibt sich dann auf den Hügel Safâ. Hier spricht man die Niyya: „O Allah! Um deine Zufriedenheit zu erlangen, möchte ich zwischen Safâ und Marwa den Say durchführen. Erleichtere ihn mir und nehme ihn an!“ Nachdem der Say nach sieben Schawts bei Marwa beendet wurde, lässt man sich die Kopfhaare rasieren und legt den Ihrâm ab.

Bei der Umra werden die Ibâdas auf Arafat, Muzdalifa und Mina nicht durchgeführt. Es ist jedoch verdienstvoll, diese Orte dennoch aufzusuchen.